Kartoffeln

Kartoffel ist nicht gleich Kartoffel

Die Kartoffel stammt ursprünglich aus den südamerikanischen Anden und wurde dort bereits 8000 vor Chr. von der indianischen Urbevölkerung genutzt. In Deutschland gelang der Kartoffel erst während des Siebenjährigen Krieges der Durchbruch.
Kartoffeln schmecken gut und lassen sich schnell und abwechslungsreich zubereiten. Doch das pfiffigste Rezept hilft nicht, wenn Sie beim Einkauf nach dem falschen Kochtyp greifen. Denn Kartoffeln unterscheiden sich nach ihrem Stärkegehalt und werden aufgrund dessen in fest kochend, vorwiegend fest kochend und mehlig kochend eingeteilt. Der Stärkegehalt ist auch dafür verantwortlich, dass Sie mehlig kochende Kartoffeln z. B. nicht für einen Kartoffelsalat verwenden können und fest kochende Kartoffeln nur schlecht für Klöße.

Quelle: www.ernaehrung-bw.infol

Die Kartoffeltypen

Fest kochende Kartoffeln

sind wie der Name schon verrät von eher fester Konsistenz und behalten diese beim Kochen auch bei. Sie haben nur einen geringen Stärkegehalt (etwa 14 %) und bräunen beim Braten und Frittieren nur geringfügig.

Kocheigenschaften: Schale platzt beim Kochen nicht auf, feste Konsistenz, feinkörnig und feucht
Geschmack: je nach Sorte mild bis kräftig
Sorten: Cilena, Sieglinde, Nicola, Princess, Selma
eignen sich für: Kartoffelsalat, Bratkartoffeln, Gratin, Pellkartoffeln

Vorwiegend fest kochende Kartoffeln

eignen sich für fast alle Kartoffelgerichte, denn sie liegen von der Konsistenz gesehen zwischen den fest und den mehlig kochenden Kartoffeln. Da sie Saucen besonders gut binden können, sind sie die ideale Beilage. Aufgrund des höheren Stärkegehalts (15 %) bekommen sie beim Backen, Braten und Frittieren eine leichte Bräunung, bleiben aber innen schön locker.

Kocheigenschaften: feinkörniges Kartoffelfleisch, nach dem Kochen ein wenig trockener als bei fest kochenden Kartoffeln, Schale platzt beim Kochen leicht auf
Geschmack: je nach Sorte mild bis kräftig
Sorten: Berber, Marabel, Laura, Gala
eignen sich für: Salz- und Pellkartoffeln, Bratkartoffeln, Rösti, Reibekuchen, Pommes, Gratin

Mehlig kochende Kartoffeln

zeichnen sich wie der Name andeutet durch eine leicht mehlige Konsistenz aus. Sie zerfallen aufgrund des hohen Stärkegehalts (16,5 %) beim Kochen schnell und sind sehr weich. Diese Eigenschaft macht sie zur idealen Kartoffel für Pürees und Knödel.

Kocheigenschaften: Schale platzt beim Kochen stark auf, nach dem Garen ist das Fleisch trocken und grobkörnig, lassen sich gut zerkleinern
Geschmack: kräftig und aromatisch
Sorten: Afra, Melina
eignen sich für: Kartoffelteige für Gnocchi, Schupfnudeln, Klöße, Kroketten, außerdem für Suppen, Eintöpfe

Quelle: www.ernaehrung-bw.info

Tipps für den Einkauf von Kartoffeln

Kaufen Sie weder grüne Kartoffeln noch solche, die grüne Stellen aufweisen.
Kaufen Sie keine angekeimten Kartoffeln.
Bedenken Sie beim Einkauf den Verwendungszweck und kaufen Sie mehlig kochende Kartoffeln für ein Püree und vorwiegend fest kochende oder fest kochende für alle weiteren Kartoffelgerichte.
Kaufen Sie bei Frühkartoffeln nur kleine Mengen, denn sie sind nicht lange haltbar.
Riechen Sie am Gebinde: Ein fauliger, leicht süßlicher Geruch ist ein Zeichen für Verderb.
Achten Sie auf unbeschädigte, trockene Kartoffeln, die keine verfärbten Stellen aufweisen.

Verzehr

Im Jahre 1950 lag der Pro-Kopf-Verbrauch von Speisekartoffeln bei 202 kg. Gut ein halbes Jahrhundert später, im Jahr 2008, waren es nur noch 60 kg. Dies zeigt, dass die Kartoffel heutzutage in der täglichen Ernährung der Menschen keinen so großen Stellenwert mehr besitzt, obwohl sie ein wunderbares und vielseitiges Lebensmittel ist.

Übrigens: Wussten Sie, dass es bis in die 60-er Jahre noch Kartoffelferien gab? Jeder, ob groß oder klein, musste bei der Kartoffelernte helfen.

Quelle: www.ernaehrung-bw.infol