Sekt ist wie Wein ein in den Weinbergen gewachsenes Naturprodukt. Das Besondere aber, sein charakteristisches Perlenspiel, geht erst aus einer zweiten Gärung des Weines hervor.
Ganz zu Anfang steht die Auswahl des Weines. Hierbei werden vor allem solche bevorzugt, die säurebetont, rassig, elegant und äußerst reintönig sind. Denn beim Winzersekt werden nicht, wie bei den "Cuvées" üblich, mehrere Rebsorten miteinander vermischt, sie sind immer rebsortenrein. Es bleibt bei einer Rebsorte, oftmals auch bei einer Lage und einem Jahrgang. Ist die Entscheidung für den Ausgangswein getroffen, wird nun die zweite Gärung in Gang gesetzt. Zucker und Hefe werden in ein weiteres Prozent Alkohol und Kohlensäure verwandelt. Diese Kohlensäure der zweiten Gärung ist es auch, die später einmal im Glas das filigrane Perlenspiel entstehen lässt.

Klassische Flaschengärung
Bei der Urmethode der Sektherstellung, der Méthode champenoise, findet die zweite Gärung in der einzelnen Flasche statt, die der Sekt erst zum Genuss wieder verlässt. Nach der zweiten Gärung ruht und reift der Sekt mehrere Monate, manchmal Jahre, auf seiner Hefe im dunklen und kühlen Keller. Danach werden die Flaschen waagerecht in so genannte Rüttelpulte gesteckt, vier Wochen lang täglich vorsichtig gedreht und gleichzeitig immer steifer mit dem Kopf nach unten aufgerichtet. Nach diesem aufwändigen Prozess hat sich die Hefe vollständig im Flaschenhals angesammelt. Die Flaschenhälse werden in eine Kältesole getaucht, sodass die Hefe gefriert. Wird die Flasche nun geöffnet, platzt der Hefepfropfen heraus. Der geringfügige Verlust in der Flasche wird ausgeglichen, die Flasche wieder mit einem Stopfen verschlossen und mit einem Draht gesichert.
Da der Begriff der Méthode champenoise seit vielen Jahren den Erzeugnissen aus der Champagne vorbehalten ist, erhält Sekt, der nach diesem Verfahren hergestellt wird, in Deutschland die Bezeichnung "traditionelle" oder auch "klassische Flaschengärung".
Sekt hat seine eigenen Rituale und Regeln. Während manche Weine zu Hause noch reifen können, verlässt der Sekt die Keller der Winzer auf dem Höhepunkt seiner Reife. In kühlen, dunklen Kellern lässt er sich jedoch ohne weiteres ein bis drei Jahre lagern, ohne seine Spitzenqualität zu verlieren.

Gut gekühlt trinken
Die ideale Trinktemperatur liegt für weiße und rosé Sekte bei 6-8°C. Wer es versäumt hat, den Sekt rechtzeitig in den Kühlschrank zu stellen (und bitte auch nur dort hinein und nicht ins Eisfach!), dem bleibt auf die Schnelle noch die Möglichkeit, den Sekt zu frappieren; dazu wird die Flasche in einen Kühler gestellt, viel klein gehacktes Eis und eine Hand voll Salz dazu, dann die Flasche am Hals ein paar Minuten hin- und herdrehen.
Auch wenn der Knall ein nahendes Vergnügen ankündigt - eine Freude ist es für den Sekt nicht. Der plötzliche Druckverlust bringt die Flasche zum Überschäumen, was Ihren Genuss dann oft um einige Gläser schmälert. Halten Sie deshalb den Verschluss gut fest und lassen Sie den Druck mit einem leisen Zischen entweichen.

Halbtrocken, trocken oder brut?
Die Bezeichnung der Geschmacksrichtung beim Sekt unterscheidet sich von der beim Wein. Das hat einen einfachen Grund: Die Kohlensäure, die für den Sekt ja unentbehrlich ist, mildert die Wahrnehmung von Süße. Dieser Tatsache trägt das Weingesetz Rechung und hat die Bezeichnungen für die Geschmacksrichtungen beim Sekt angepasst:

extra brut  entspricht der ganz trockenen Geschmacksvariante und enthält in der Regel weniger als 6 g Restzucker pro Liter.

brut  ist die bevorzugte Geschmacksrichtung für Liebhaber der trockenen Geschmacksrichtung. Mit bis zu 15 g Restzucker pro Liter wird die feine Frucht leicht unterstrichen, ohne den trockenen Charakter aufzugeben.

extra trocken  ist eine Geschmacksrichtung, die wir beim Wein als „harmonisch trocken“ bezeichnen würden. Ein dezenter Restzuckergehalt von 12 bis 20 g pro Liter unterstreicht die aromatische Frucht und Fülle im Sekt.

trocken  hinterlässt auf der Zunge einen zart-süßen Hauch und ist für  Liebhaber eher halbtrockener Weine die richtige Geschmacksrichtung. Ein Restzuckergehalt von 17 bis 35 g/l betont die Frucht.

halbtrocken  die richtige Geschmacksrichtung für Liebhaber lieblicher Weine. Die Süße ist mit  33 bis 50 g/l ausgeprägt und sorgt für volles süß-fruchtiges Aroma.

mild  ist eine Geschmacksrichtung, die beim Sekt selten angeboten wird. Mit einen Restzuckergehalt von über 50 g/l ist die Süße sehr ausgeprägt.

Quelle: Deutsches Weininstitut