Frühling im Weinberg - Biegen und Binden
Im Frühjahr ist im Weinberg Hochsaison. Vor dem Austrieb wird der Rebstock durch Biegen und Binden in seiner Form stabilisiert, um eine gleichmäßige Versorgung der Triebe mit Nährstoffen zu gewährleisten. Mit mechanischer Bodenlockerung wird das natürliche Bodenleben angeregt, Einsaat von Begrünung oder selbst wachsende Pflanzen unterstützen die natürliche Aktivität des Bodens. Auch Nährstoffe werden in dieser Zeit in organischer (z. B. Stallmist, Stroh oder Kompost) oder in mineralischer Form (Magnesium, Kalk oder Phosphat) in den Weinberg eingebracht. Bei der Düngung werden heute Kostenfaktoren und Umweltaspekte besonders berücksichtigt. Mit Hilfe moderner Analysemethoden lassen sich leicht Nährstoffmängel feststellen. Durch gezielte, genau auf den Bedarf abgestellte Düngung und Begrünung der Rebzeilen können Belastungen für das Grundwasser vermieden werden.

Quelle: Deutsches Weininstitut

Rebblüte
Im Gegensatz zu vielen anderen Pflanzen sind die Blüten des Rebstocks klein, grün und ausgesprochen unscheinbar. Zuerst entfalten sich die stark nach Rosen duftenden Einzelblüten. Die Blütenknospe eines kultivierten Rebstocks besteht aus Organen beider Geschlechter: Staubgefäße mit Pollen (männlich) und Fruchtknoten (weiblich). Rund 100 bis 600 dieser Zwitterblüten bilden den traubenförmigen Blütenstand – das so genannte Geschein.

Der genaue Zeitpunkt der Rebblüte hängt nicht nur von zahlreichen äußeren Faktoren ab, sondern auch von der Rebsorte. Auf der nördlichen Halbkugel setzt die Rebblüte etwa Mitte Mai bis Ende Juni ein. In Mitteleuropa, so besagt eine alte Winzerregel, beginnt die Blütezeit am St. Johannistag (24.Juni), beziehungsweise eine Woche davor oder danach.

Während der Hauptblütezeit duftet der ganze Rebberg wie der beste Gutedel im Glase.