Getreide gehört zu den Grundnahrungsmitteln und soll laut den Empfehlungen vieler Wissenschaftler mehrmals täglich auf dem Speiseplan stehen. Doch in der letzten Zeit wurden wie der Infodienst Ernährung berichtet immer wieder Stimmen laut, die den positiven Wirkungen von Getreide auf die Gesundheit negative Effekte gegenüberstellen. Außerdem sind Diäten im Trend, die die Aufnahme von Kohlenhydraten und damit natürlich auch von Getreide deutlich einschränken.

Empfehlungen der DGE
Die Empfehlungen der Deutschen Gesellschaft für Ernährung kurz DGE sind wissenschaftlich anerkannt und werden in Deutschland als allgemeingültig angesehen. Die DGE sieht Getreide nach wie vor als wichtiges Grundnahrungsmittel an und räumt ihm deswegen den meisten Platz im Ernährungskreis ein. Denn Getreide ist reich an Vitaminen und Mineralstoffen und enthält im Vergleich zu anderen Lebensmittel wenig Kalorien und Fett.

Ein Erwachsener sollte deswegen mehrmals täglich Getreide verzehren.

Bsp: 5 Scheiben Vollkornbrot + 1 Portion Reis, Nudeln oder Kartoffeln
oder: 3-4 Scheiben Vollkornbrot + 1 Portion Müsli + 1 Portion Reis, Nudeln oder Kartoffeln

Schutz durch Vollkorn
Lebenswichtige Inhaltsstoffe stecken in jedem Getreidekorn. Durch den Aufbau eines Getreidekorns sind diese Inhaltsstoffe jedoch ungleichmäßig im Korn verteilt. Ein Großteil der Vitamine, Mineralstoffe und Ballaststoffe befindet sich in den äußeren Randschichten des Getreidekorns sowie im Keimling. Da diese je nach Verarbeitungsweise vom Korn abgetrennt werden, haben Getreideprodukte nicht immer den gleichen Nährwertgehalt. Produkte aus hoch ausgemahlenem Mehl wie Weißbrot oder Brezeln sind relativ nährstoffarm im Gegensatz zu Produkten aus Vollkorn, da bei diesen das volle Korn genutzt wird und damit fast keine Inhaltsstoffe verloren gehen.

Neben den Vitaminen der B-Gruppe sowie Vitamin E und Folsäure, den Mineralstoffen Calcium, Eisen, Zink und Magnesium enthält Vollkorn noch viele weitere wichtige Inhaltsstoffe wie Ballaststoffe und sekundäre Pflanzenstoffe. So sollen die sekundären Pflanzenstoffe aus der Gruppe der Phytosterine eine Senkung des Cholesterinspiegels bewirken, ebenso wie Saponine und Tocotrienole. Daneben vermuten Wissenschaftler bei Phytosterinen auch einen Krebs hemmenden Effekt bei Dickdarm-, Brust- und Prostatakrebs. Lignane, die zur Gruppe der Phytoöstrogene gehören, sollen ebenfalls eine Brustkrebs schützende Wirkung haben, denn Lignane ähneln dem körpereigenen Hormon Östrogen und vermindern dessen Wirkung, so dass hormonbedingtem Brustkrebs entgegengewirkt werden kann.

Auch Ballaststoffe sind für die Gesundheit unerlässlich und kommen in Vollkorn reichlich vor. So sorgen Ballaststoffe für eine gesunde Darmflora, für eine Senkung des Blutdrucks bei Hypertoniepatienten und sind auch gut für Diabetiker, da sie den Blutzuckerspiegel nur langsam ansteigen lassen.

Quelle: Infodienst Ernährung, LEL Schwäbisch Gmünd, www.ernaehrung-bw.info