Die Trübung eines Destillates kann verschiedene Ursachen haben. Häufig spricht man in Verbindung mit einem Schnaps auch von einem „Klaren“. Unserer Erfahrung nach sollte ein Schnaps klar sein. Eine Trübung gilt als Fehler oder Unreinheit. Dabei gibt es mehrere Ursachen dafür.
Etwa ab einem Alkoholgehalt von 50 Vol % abwärts werden sogenannte Fuselöle mitausgebrannt. Diese Öle beinhalten Trübstoffe und zeigen häufig einen Blauschimmer. Fuselöle sollten nicht in einem Destillat enthalten sein und sind ein Zeichen schlechter Qualität (Verursacher von Kopfschmerzen).
Hochwertige Schnäpse sollten, wenn diese gebrannt werden zwischen 70 und 80 % Alkohol haben (etwas Sorten- und Maischeabhängig). Dies entspricht dem sogenannten Mittellauf. Alles was darüber liegt enthält Methanol (Vorlauf), und sollte ebenso wenig in einem trinkfertigen Schnaps enthalten sein wie Anteile des Nachlaufs, der ebenfalls Methanol und verschiedene Fuselöle enthält.
Destillate werden mit destilliertem Wasser, oder mit Quellwasser auf die jeweils erwünschte Trinkstärke verdünnt. Ab einem Alkoholgehalt von etwa 45 % (Wiederum Sorten- und Materialabhängig) abwärts entstehen Proteinausfällungen, die eine Trübung des Destillats bewirken. Um das zu vermeiden wird der hochprozentige Schnaps und das Wasser vor dem Verdünnen gekühlt und dann gefiltert. Hierbei kann man verschiedene Filterstärken, bzw. Filterarten anwenden. Es gilt jedoch, je stärker der Filter oder die Filtermethode, desto stärker auch der Verlust wertvoller Aromen und Geschmackstoffe, da diese ebenfalls mitausgefiltert werden.
Manche Schnäpse sind nicht trübungsstabil und bei unsachgemäßer Lagerung im Kühlschrank können die Destillate wieder trüb werden. Hierbei handelt es sich um einen „optischen Fehler“, der Geschmack wird nicht beeinträchtigt. Hierbei handelt es sich um Proteine, welche bei niederen Temperaturen ausfallen und kleine Flocken bilden.